Tipps

Kinder sicher spielen lassen

Ob Plastik-Hubschrauber oder Holz-Puzzle: Kinderspielzeug ist vielfach mit Chemikalien belastet. Ein Großteil der gefährlichen Produkte stammt aus China. Doch auch in Spielwaren etablierter Marken „Made in Germany“ finden Experten immer wieder schädliche Gifte, die die Haut reizen und Allergien auslösen können. Was können Eltern also tun, damit ihre Kinder nicht mit belastetem Spielzeug in Berührung kommen?

Die Gefahr lauert im Spielzeug: mit Schadstoffen belastetes Kinderspielzeug ist leider keine Ausnahme.

Die Gefahr lauert im Spielzeug: mit Schadstoffen belastetes Kinderspielzeug ist leider keine Ausnahme.

Rapex schlägt Alarm

2013 mussten Europas Kontrolleure rund 2364 Waren aus den Regalen nehmen, da sie mit gefährlichen Chemikalien belastet waren. Das sind rund vier Prozent mehr als noch im Vorjahr. Seit zehn Jahren hat das EU-Schnellwarnsystem Rapex keine so hohe Menge an giftigen Waren in der EU gemeldet. Die Hälfte der aus dem Verkauf genommenen Produkte sind belastete Textilien und giftiges Kinderspielzeug. Rund zwei Drittel der gefährlichen Waren stammen aus China. Gerade Gifte in Kinderspielzeug sind ein Problem, denn die lieben Kleinen gehen selten zimperlich mit ihren Spielsachen um und stecken den Bauklotz auch mal in den Mund oder kuscheln fast jeden Tag intensiv mit dem Lieblingsstofftier. Sind diese Spielzeuge dann mit Chemikalien belastet, kann die Gesundheit der Kinder leiden.

 

Passend zu Ostern und ohne Schadstoffe, da aus Bio-Baumwolle.

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42 von 50 Spielsachen sind giftig

Giftige Spielsachen sind jedoch kein neues Problem. Schon 2010 ergab eine Untersuchung von Stiftung Warentest, dass rund 42 der 50 getesteten Produkte für Kleinkinder mit Giften belastet waren. Auch Markenwaren gehörten zu den giftigen Produkten. Unter den schädlichen Stoffen, die nachgewiesen wurden, befanden sich unter anderem Formaldehyd, was die Haut reizen kann, Nickel (kann Allergien auslösen) und auch PAK, was im Verdacht steht, die Fruchtbarkeit zu schädigen und das Erbgut zu verändern. Kein Wunder also, dass Eltern aufgrund solcher erschreckender Zahlen vermehrt nach Alternativen suchen. Doch aufgepasst: Denn vermeintlich natürlich anmutende Spielsachen können ebenfalls stark belastet sein. So ergab auch hier eine Überprüfung von Stiftung Warentest Ende 2013, dass mehr als die Hälfte der getesteten Holzspielsachen mit Chemikalien belastet waren. Dabei ist es auch keine Garantie, wenn es sich um Markenprodukte „Made in Germany“ handelt, denn zwei der mangelhaft getesteten Produkte wurden in Deutschland hergestellt. Die Anzahl der belasteten Produkte „Made in China“ ist aber immer noch um einiges höher.

Kinder sind das Wichtigste in unserem Leben. Sie gesund groß zu ziehen, zu begleiten und zu beschützen ist ein tiefer Wunsch aller Eltern. Aktuelle Studien und Tests zeigen uns aber immer wieder, mit wie vielen Giften und kritischen, gesundheitsbedenklichen Inhaltsstoffen das Spielzeug der Kleinen verseucht ist. Tragisch ist vor allem, dass sich die Wirkungen mitunter erst Jahre später zeigen. Daher ist unser Appell ganz deutlich: lieber weniger und dafür wirklich hochwertiges, natürliches und vor allem schadstofffreies Spielzeug für unsere Kinder. Es gibt nur eine Kindheit – und diese mögen sie in sorglosem und freiem Spiel verbringen können.- Dr. Christina Spötzl (Echtkind GmbH)

 

Defintiv Chemiefrei: das Rasselherz aus unbehandeltem Holz.

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Was können Eltern tun?

Zwar gibt es seit Juni 2013 neue EU-Richtlinien zu den Schadstoff-Grenzwerten in Kinderspielzeug, jedoch sehen einige Kritiker diese Werte als zu locker an. Idealerweise sollte Kinderspielzeug, vor allem wenn es für Kleinkinder hergestellt wird, gar keine Chemikalien enthalten. Um zu verhindern, dass Ihre Kinder in Kontakt mit Giften kommen, müssen Sie aktiv werden. Zum einen können Sie bei den Herstellern nachfragen, denn diese sind verpflichtet, Auskunft über die verwendeten Stoffe zu geben (hier finden Sie zum Beispiel ein Online-Formular vom Umweltbundesamt, das Ihre Anfrage an die Hersteller weiterleitet). Zum anderen ist es ratsam, auf Siegel und Zertifizierungen zu achten, wie zum Beispiel das TÜV-Siegel oder die Kennzeichnung „spiel gut“. Es gibt auch Online-Shops, die sich auf naturbelassenes Spielzeug spezialisiert haben und nur Schadstoff-freie Produkte vertreiben, wie zum Beispiel echtkind.de. Der Shop informiert ausführlich über die einzelnen Siegel, Artikel, Hersteller und Inhaltsstoffe der angebotenen Produkte. Allgemein gilt auch: Je mehr Lack und bunte Farbe, desto höher ist das Risiko von Chemikalienbelastung. Lassen Sie Ihre Kinder deshalb lieber mit gebeiztem, lasiertem oder komplett unlackiertem Holzspielzeug spielen, das zertifiziert ist. Diese Beißringe und Rasseln können die Zwerge dann auch ohne Sorge in die Hand und den Mund nehmen.

 

Bild 1: kosmos111 /shutterstock.com, Bild 2,3: echtkind.de

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