Sexualität

Botox gegen Scheidenkrampf

Scheidenkrampf ist eine unwillkürliche Verkrampfung der Scheidenmuskulatur, die ein normales Sexualleben unmöglich machen kann.

Am 11. August 2010 hat Dr. Peter T. Pacik, ein Plastischer Chirurge aus New Hampshire, von der FDA die Erlaubnis bekommen, mit seiner Studie über den Nutzen von Botox bei primärem Vaginismus zu beginnen.

Vaginismus (oder auch Scheidenkrampf) ist die krampfhafte, meist schmerzhafte Kontraktion des Beckenbodens und des äußeren Drittels der Vaginalmuskulatur der Frau, die beim Versuch, Geschlechtsverkehr zu haben, auftreten kann.

Vaginismus findet man bei ca. 1% bis 7% der Frauen weltweit und ist die häufigste Ursache für unvollzogenen Geschlechtsverkehr in der Ehe.

Botulinumtoxin (BTX) ist ein Protein, das vom Bakterium Clostridum botulinum produziert wird, und die Übertragung des Nervensignals auf den Muskel hemmt.

BTX wird seit vielen Jahren in der Augenheilkunde, der Nervenheilkunde und der ästhetischen Medizin zur Schwächung der Muskelaktivität eingesetzt. In den letzten Jahren sind immer mehr Anwendungsgebiete für BTX entdeckt worden. So kommt BTX heute auch bei übermässiger Schweissabsonderung im Achselbereich oder bei Migräne zum Einsatz.

1997 wurde BTX zum ersten Mal für die Behandlung des Vaginismus eingesetzt. BTX verhindert den unwillkürlichen Spasmus, der für diesen Krankheitszustand typisch ist und erlaubt den Frauen dadurch die Vagina nach und nach zu öffnen und ihre Penetrationsangst zu überwinden. Diese Behandlung hat sich als sehr erfolgreich erwiesen, zumal sie nebst Vaginaltrockenheit praktisch keine weiteren Nebenwirkungen zeigt.

Bei der jetzt von der FDA zugelassenen Studie wird BTX in die spastischen Muskeln der Vagina gespritzt. Danach wird diese unter Anästhesie gedehnt. Im Rahmen der Studie werden die Teilnehmerinnen auch postoperativ bei der Dehnung mit Dilatatoren bis hin zum Geschlechtsverkehr betreut. Die Details zur Studie können hier nachgelesen werden: www.clinicaltrials.gov (BTX-PV-01).

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