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Das Ende des Sternenhimmels

Der Frühling ist bekanntlich die Zeit der frisch Verliebten.

Und was kann es schöneres geben, als in einer der ersten lauen Frühlingsnächte gemeinsam verliebt in den Himmel zu schauen und die Sterne zu betrachten.

Allerdings, so Experten, ist dies in der heutigen Zeit kaum noch möglich. Forscher sprechen bereits von Lichtverschmutzung und Lichtsmog.

In Städten ist der freie Blick auf den Nachthimmel kaum noch möglich. Eben hohen Häuserzeilen versperrt dabei vor allem das Licht die Sicht. Der Himmel über den Städten ist erhellt von Straßenlaternen, Leuchtreklamen und nicht zuletzt auch durch so genannte Sky Beamer. So ist beispielsweise der typische Milchstraßennebel kaum noch erkennbar.

Doch nicht nur Astronomen leiden unter der immer weiter zunehmenden Lichtflutung. Vor allem die Tierwelt leidet unter dem Phänomen. So kann es beispielsweise geschehen, dass Zugvögel von dem Licht der Sky Beamer buchstäblich aus der Bahn geworfen werden und statt ihrer Route gen Süden oder Norden zu folgen, über Stunden ohne Orientierung um das Licht eines solchen Beamers kreisen. Aber auch beim Balz- und Fortpflanzungsverhalten sind Veränderungen zu bemerken, da für die Tiere statt der Nacht ein permanenter Zustand der aufziehenden Dämmerung herrscht.

Besonders auch Insekten, die von dem nächtlichen Licht angezogen werden, verenden in großer Zahl in den Straßenbeleuchtungen, so dass sie sowohl als Nahrungsquelle für Vögel, aber auch als Bestäubungsgehilfen für die Pflanzenwelt ausfallen.

Doch was für die Flora und Fauna schädlich ist, ist es auch für den Menschen. So führen die langen Lichtphasen dazu, dass die Zirbeldrüse weniger Melatonin produziert, ein Stoff, der unter anderem für den Schlaf notwendig ist.

Es kann dadurch langfristig zu Schlaf – und Gedächtnisstörungen, aber auch zu Störungen der Funktionen von Herz, Kreislauf, Verdauungstrakt und nicht zuletzt auch des Immunsystems kommen.

Bildquelle: aboutpixel.de / Dämmerung © Walter Christ

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