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Warum Frauen so gerne tratschen – über Vorurteile und Vorteile des Lästerns

Im Büro heimlich über den neuen Chef, im Café mit der besten Freundin oder am Küchentisch wegen der schrecklichen Frisur der Nachbarin. Der eine macht es weniger, der andere mehr, aber im Endeffekt tun wir es alle irgendwann mal. Die Rede ist vom Tratschen. Besonders dem weiblichen Geschlecht wird oftmals vorgeworfen, gerne und viel über das Verhalten ihrer Mitmenschen zu reden.

Doch warum werden stets Frauen als Tratschtanten abgestempelt? Lästern sie wirklich mehr als Männer? Und gibt es vielleicht sogar Vorteile, wenn man hinter vorgehaltener Hand Neuigkeiten bespricht? Wir beschäftigen uns im Folgenden ausführlich mit diesen Fragen und weiteren Fakten zum Austausch von Gossip und News.

Weshalb stets Frauen mit Lästerei assoziiert werden

Klatschtante, Lästermaul, Klatschweib – es gibt Dutzende Begriffe für Frauen, die gerne über andere reden. Für Männer hingegen gibt es so gut wie keine. Woran liegt das? Will man diese Frage beantworten, muss man zurückblicken in das 19. Jahrhundert. Damals waren die Frauen überwiegend zu Hause als Hausfrau tätig oder zogen als Waschweib von Tür zu Tür. Dementsprechend bekamen sie viel mehr Einblick in die Privatsphäre ihrer Mitmenschen, als ihre berufstätigen Männer es taten, und hatten so auch wesentlich mehr Gesprächsstoff. Diese traditionelle Arbeitsteilung zählt also zu den Hauptgründen, warum stets Frauen mit Lästerei verbunden werden.

Doch auch heute noch gilt es als allgemeiner Konsens, dass das weibliche Geschlecht eher zum Tratschen neigt als die Herren der Schöpfung – dies liegt vor allem an der gesellschaftlichen Auffassung. Auch Männer sind an Klatsch interessiert. Während sie jedoch mehr über Sport-Ergebnisse und Co. ratschlagen, beschäftigen sich Frauen eher mit der Wertung ihrer Umgebung. Sie urteilen über zerrissene Kleidung, schlechte Frisuren oder aufgespritzte Lippen. Deshalb wird das Tratschen in der negativen Form eher mit Frauen in Verbindung gebracht, ganz nach dem Motto: „Männer tratschen, Frauen lästern“. Männer sind also nicht unbedingt weniger am Tratschen interessiert, sondern sie tun es lediglich auf eine andere, meist harmlosere Art und Weise.

Tratsch-Thema Nummer 1

Junge Damen tratschen | © panthermedia.net /AndrewLozovyi

Junge Damen tratschen | © panthermedia.net /AndrewLozovyi

Das All-Time-Favorite-Topic, über das am liebsten getuschelt wird, ist allerdings bei beiden Geschlechtern gleich: Tratsch-Objekt Nummer 1 sind definitiv Frauen! Ist sie hübsch? Hat sie eine gute Figur? Trägt sie attraktive Kleidung? Über diese Themen sprechen sowohl Männlein als auch Weiblein gleichermaßen viel.

Bei Männer dient diese Art der Unterhaltung vor allem, um herauszufinden, ob die Frau ein potenzieller Sexualpartner sein könnte. Frauen dagegen neigen dazu, andere Frauen mit negativen Bemerkungen in ein schlechtes Licht zu rücken. Auf diese manipulative Art und Weise wollen sie ihre Konkurrenz ausschalten, sich selbst in den Vordergrund stellen und sozusagen ihren „Marktwert“ steigern. Diese beiden geschlechtsspezifischen Verhaltensstrukturen liegen in der Natur und Evolution des Menschen begründet.

Entwicklungen der letzten Jahre

Unsere Welt hat sich in den letzten Jahren enorm verändert. Dank der rasanten Entwicklung des Internets ist es heutzutage für einen Großteil der deutschen Bevölkerung möglich, regelmäßig auf das World Wide Web zuzugreifen. Dadurch gelangen auch Informationen über Stars und Sternchen schneller an tratsch-interessierte Bürger: Mittels verschiedener Gossip-Homepages im Internet, wie beispielsweise Itsin TV, erfährt man sofort, bei welcher Sängerin sich ein Babybäuchlein anbahnt und welches berühmte Schauspieler-Ehepaar kurz vor der Scheidung steht. Für viele Frauen (und selbstverständlich auch Männer) ist es herrlich schön, sich in solche Nachrichten zu stürzen und dabei zu realisieren, dass auch Stars im Endeffekt einfache Menschen mit normalen Problemen sind.

Der zunehmende Konsum von Medien-Tratsch wirkt sich auch auf die Wahrnehmungen der einzelnen Generationen aus. Ältere Personen, die in der Regel weniger auf das Internet zugreifen, verbinden mit Tratsch weiterhin die typischen Nachbarschafts-Lästereien von Frauen und definieren den Begriff als negativ. Jüngere Bürger hingegen fassen die Bezeichnung Tratsch als weitaus weniger schlimm auf. Das Geplauder über Kendall Jenner und Co. ist durch die enorme Verbreitung im Netz für sie so allgegenwärtig, dass es deshalb wertfrei akzeptiert wird. Der Unterhaltungsaspekt steht hierbei vielmehr im Vordergrund als das Schlechtmachen einer Person.

Vorteile vom Klatsch und Tratsch

  • Tratschen als Warnsystem: Mehrere Experten bezeichnen Tratschen als eine Art soziales Warnsystem: Über dritte Person erfährt man, ob eine Person hinterhältig oder vertrauenswürdig wirkt. Von bösartigen Menschen hält man sich dementsprechend eher fern, zu Zuverlässigen nimmt man gerne Kontakt auf. So lassen sich schmerzhafte Erfahrungen möglicherweise minimieren.
  • Tratschen als Handelsmaßstab: Vor allem im eigenen sozialen Umfeld dient Tratschen als Orientierung für das eigene Handeln. Über spitze Bemerkungen aus der Familie oder dem Freundeskreis lernt man, welche Verhaltensweisen allgemein anerkannt und welche dagegen eher verachtet werden. So erfährt man grundlegende Werte und Normen der Gesellschaft, die das eigene Verhalten maßgeblich leiten.
  • Tratschen als Glücksgefühl: Teilt man in einer Gruppe gleiche Wertvorstellungen, dann wächst dabei das Gemeinschaftsgefühl. Beim Austausch über unsere Mitmenschen bauen wir Stress ab, können unserer Wut freien Lauf lassen und steigern unsere eigene Laune automatisch. Lästern macht manchmal einfach Spaß und setzt bewiesenermaßen Glückshormone frei.

Aufgepasst: Das geht zu weit

Zwei Frauen am lästern | © panthermedia.net /Antonio Guillen Fernández

Zwei Frauen am lästern | © panthermedia.net /Antonio Guillen Fernández

Getuschelt wird demnach in den meisten Fällen nicht, um jemanden zu beleidigen, sondern schlichtweg aus Spaß – sei es über Stars oder über die Menschen in unmittelbarer Umgebung. Oftmals sind die Bemerkungen nicht negativ gemeint und werden im Nachhinein relativiert. Daher darf man ruhig hin und wieder mal hinter vorgehaltener Hand tuscheln und lächeln, sofern allen Beteiligten klar ist, dass es sich lediglich um einen kleinen Spaß handelt.

Wichtig ist allerdings, dass man niemanden offensichtlich verletzt oder über längere Zeit hinweg ausschließt. Bei ernsten Problemen ist es immer besser, wenn man Missverständnisse direkt anspricht, anstatt hinter dem Rücken zu lästern. Niemand fühlt sich wohl, wenn man ständig gemobbt oder gehänselt wird. Das Verbreiten von falschen Gerüchten oder anderen Dingen ist deshalb Tabu!

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