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Stress macht Frauen mitfühlender, aber auch krank

Eine aktuelle Studie der Uni Wien belegt, dass Frauen unter Stress empathischer werden, Männer dagegen egoistischer. Schuld daran soll die Ausschüttung des Hormons Oxytocin sein und eventuell auch die Erziehung. Doch egal, ob mitfühlender oder fluchtbereit: Stress schadet unserer Gesundheit. Umso wichtiger ist es, den Alltag so entspannt wie möglich zu gestalten.

Frauen werden durch Stress zwar mitfühlender, leiden aber auch eher unter der Belastung als Männer.

Frauen werden durch Stress zwar mitfühlender, leiden aber auch eher unter der Belastung als Männer.

Stress für mehr Mitgefühl

Frauen und Männer reagieren also anders auf Stress. Das legt jetzt jedenfalls eine Studie der Uni Wien nahe. 40 Männer und 40 Frauen wurden zu Testzwecken unter Stress gesetzt und mussten nach erfolgreichem Absolvieren einer Präsentation und dem Lösen von Rechnungen, Aufgaben bearbeiten, bei denen ihre Empathie getestet wurde. Das Ergebnis: Frauen konnten sich besonders gut in andere Personen hineinversetzen und zeigten Mitgefühl, Männer legten dagegen eher Fluchtverhalten an den Tag. Die Forscher gehen davon aus, dass ein Hormon namens Oxytocin (umgangssprachlich auch als Liebes- und Kuschelhormon bezeichnet) der Grund für das unterschiedliche Verhalten ist. Bei Frauen wird dieses Hormon nach Stresssituationen stärker ausgeschüttet und soll sozialer und auch mitfühlender machen. Was die Studie jedoch nicht anspricht ist die Erziehung, denn Frauen werden in der Regel eher dazu erzogen mitfühlender zu sein. Sie sollen sich um Familie und Kinder kümmern, während vom Mann erwartet wird, dass er diese im Notfall verteidigt. So kann es sein, dass Frauen und Männer bei belastenden Stresssituationen in diese antrainierten Rollenmuster fallen. Auch zeigt die Studie, dass Frauen bei Stress, im Gegensatz zu Männern, einer Doppelbelastung ausgesetzt sind. Zur Beanspruchung durch den Stress kommt noch die Belastung durch das Mitgefühl für andere. Männer denken dagegen eher an sich und wollen in angespannten Situationen alleine sein.

 

Frauen leiden stärker unter Stress

Stress mag uns zwar emphatischer machen, was für die Menschen um uns herum sehr gut ist. Zu viel Stress macht uns jedoch auch krank und belastet. Wer sich sehr oft im sogenannten “fight-or-flight”-Modus (eine Stressreaktion, die durch die Anpassung des Körpers in Gefahrensituationen entsteht) befindet und die Stresssituation nicht durch bestimmte Aktionen abbaut, der steht immer unter Anspannung. Die Folge können chronische Verspannungen, Gereiztheit, Magen-Darm-Beschwerden und auch eine sinkende Belastbarkeit sein. Frauen sind dabei, laut einer amerikanischen Studie, stressanfälliger als Männer, ohne dass sie etwas dafür können. Denn das weibliche Gehirn gewöhnt sich nicht an dauerhaften Stress, wie es das männliche tut, und reagiert stärker auf ausgeschüttete Stresshormone. Umso wichtiger ist es, negativen Stress zu vermeiden und mehr Wert auf Entspannung zu legen. Dazu haben wir bei der Potentialschmiede ein paar gute Tipps für die wirkungsvolle Entspannung gefunden, die sich ganz einfach auch in einen hektischen Alltag integrieren lassen.

 

Stressoren erkennen und mit gezielter Entspannung bekämpfen.

Stressoren erkennen und mit gezielter Entspannung bekämpfen.

Mehr Entspannung- weniger Stress

Wenn Sie gar nicht erst unter den Folgen der Daueranspannung leiden möchten, ist es wichtig, Stress zu vermeiden. Das gelingt, indem Sie Stressoren erkennen. Nicht alle Risikofaktoren lassen sich wirklich aus dem Alltag verbannen, jedoch bringt es oft schon viel, Kleinigkeiten zu ändern. Dazu müssen Sie sich die Frage stellen: Worauf kann ich Einfluss nehmen? Checken Sie zum Beispiel nach Feierabend keine Arbeits-E-Mails mehr, planen Sie Zeit für das Frühstück ein, ohne durch Internet und Co. abgelenkt zu sein, etablieren Sie im Büro eine Ruhe-Stunde pro Tag, wo Sie keiner bei der Arbeit stören darf. Wichtig ist auch, dass Sie sich Tagesziele setzen, die realistisch sind. Wer Arbeitszeit und Freizeit komplett mit Aufgaben füllt, wird nur enttäuscht sein und nicht zur Ruhe kommen. Ideal ist es deshalb, wenn Sie ca. 60 Prozent des Tages verplanen und auf Pausen achten. Diese Pausen sollten Sie aktiv nutzen, zum Beispiel zur Meditation oder für einen kleinen Spaziergang. Es lohnt sich auch, eine Woche ein Tagebuch zu führen und den Alltag festzuhalten. Wann fühle ich mich müde? Wann habe ich Energie? Welche Aufgaben muss ich bewältigen? Hieran werden Sie schnell merken, welche Stressoren Ihren Tag dominieren und wie Ihre persönliche Leistungskurve und der Biorhythmus aussehen. Anhand davon können Sie Termine besser planen und sich mehr Zeit zum Abschalten einräumen.

 

Bild 1: Gladskikh Tatiana /shutterstock.com, Bild 2: Alliance /shutterstock.com

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