Ein nakter Mann und eine fast nakte Frau in enger Umarmung.
Sexualität

Unglaublich, was seit dem Erscheinen von Shades of Grey geschah…

Sexpannen, die mit einem Feuerwehreinsatz enden, „Naked Boys Readings“ und immer mehr Menschen, die ihre sexuellen Erfahrungen zu Papier bringen: All das sind Reaktionen auf das Erscheinen der Erotik-Trilogie Shades of Grey. Bleibt die Frage: Hat dieses Buch alle Hemmungen genommen?

Ein nakter Mann und eine fast nakte Frau in enger Umarmung.

Die prüden Zeiten sind vorbei! Shades of Grey hat alles verändert!

Was war eigentlich vor Shades of Grey? Das Mittelalter?

Man fragt sich, wieso ausgerechnet diese Trilogie seit dem Erscheinen (Mai 2011) des ersten Bandes Shades of Grey – geheimes Verlangen so viel verändert hat. Wenn man weiß, welche Veränderungen diese Bücher mit sich gebracht haben, könnte man meinen, dass man dem Thema Sexualität gesellschaftlich davor eher prüde gegenübergestanden wäre. Doch wie wir alle wissen, ist dem nicht so gewesen. Dass halbnackte Frauen im Hauptabendprogramm zu sehen sind, juckt kaum jemanden. Was heute kein Garant für Einschaltquoten mehr ist, wäre vor der sexuellen Revolution noch als Skandal der allerbesten Sorte gehandelt worden. Doch auch was die Literatur betrifft, sind erotische bzw. pornografische Erzählungen nichts Neues. Einer der ganz großen Klassiker der Erotikliteratur, Venus im Pelz von Leopold Sacher Masoch (ja, nach ihm wurde der Masochismus benannt), wurde bereits 1870 geschrieben. Wieso also wirken die Shades of Grey-Bande so faszinierend? Wieso üben sie einen so großen Einfluss aus?

 

Die Faszination der Trilogie: Weibliche Fantasien werden befriedigt

Ein Grund für den Ansturm auf die Bücher, über 70 Millionen Stück wurden davon bereits verkauft, mag der sein, dass der Inhalt von den Fantasien erzählt, die viele Frauen heimlich hegen. In einem Interview erklärt Sexualtherapeutin Ann-Marlene Henning: „An erster Stelle der Sex-Fantasien steht bei den deutschen Frauen der Wunsch nach erzwungenem Sex. Dabei geht es aber nicht um Gewalt. Vielmehr wünschen sie sich, dass der Mann im Bett bestimmt, wo es langgeht. Das Buch ,Shades of Grey’ greift dieses Thema auf.“

 

Was hat sich geändert?

  • Erotikliteratur ist mittlerweile sicher kein Tabuthema mehr. Ob im Buchladen oder im Internet, die Nachfrage nach erotischen Geschichten ist immens. Einige Internetportale haben bereits darauf reagiert, so z.B. treffpunkt18.de. Dort findet man eine große Auswahl an Kurzgeschichten, die man gratis lesen kann. Der neue Trend scheint auch die Zungen derer gelöst zu haben, die bisher wohl eher nicht das Bedürfnis verspürten, sich literarisch zu betätigen. Nala Martin, eine Domina, die beim Schreiben von Safeword auf ihre eigenen Erfahrungen zurückgreifen konnte, hofft, dass auch ihre Geschichte viele Leser begeistert.
  • Erotikbuchklubs und Lesungen haben so viel Besucher wie nie zuvor. Doch nicht bei allen sitzt man einfach nur im Kreis und diskutiert über Literatur. Manchmal kommt man auch in den Genuss, einer Bondage Demonstration beizuwohnen. Natürlich gibt es derartige Events nicht nur für Heterosexuelle. Naked Boys Readings nennt sich das Gegenstück.
  • Shades of Grey hat die Fantasie beflügelt- ohne Zweifel. Doch bei manchen Paaren wohl einen Tick zu sehr. Neues auszuprobieren kann super sein, kann aber auch damit enden, dass man die Feuerwehr kommen muss, weil man sich selbst nicht mehr aus den Handschellen befreien kann, oder man im Krankenhaus landet. Die Einsätze der Londoner Feuerwehr, um bei Sexpannen behilflich zu sein, sind auf jeden Fall seit dem Erscheinen der Erotik-Trilogie gestiegen.

Foto: NAS CRETIVES /Shutterstock

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