Krankheiten

Humane Papillomviren in der Sauna

Besonders gefährlich und nicht nur für Frauen: humane Papillomviren (HPV)

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut hat die Impfung gegen humane Papillomviren (HPV) als Standard-Impfung für Mädchen und junge Frauen im Alter von 12-17 Jahren empfohlen.

HPV-bedingte Erkrankungen: Gebärmutterhalskrebs

Gebärmutterhalskrebs wird ausschließlich durch humane Papillomviren verursacht und der Hauptübertragungsweg ist Geschlechtsverkehr.

Der Zusammenhang zwischen einer Infektion mit HP-Viren und Gebärmutterhalskrebs ist noch stärker ausgeprägt als der zwischen Rauchen und Lungenkrebs, so die Experten.

Humane Papillomviren sind weit verbreitet

Schätzungsweise 70% der sexuell aktiven Menschen kommen irgendwann im Laufe ihres Lebens (häufig als Jugendliche oder junge Erwachsene), mit den Viren in Kontakt. Man nimmt an, dass in Europa bei den HPV-bedingten Erkrankungen insgesamt 75% aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs, 95% der Vulva- und Vaginalkarzinome, 70% der präkanzerösen und 50% der potenziell präkanzerösen zervikalen Läsionen, 80% der präkanzerösen vulvären und vaginalen Läsionen sowie 90% der Genitalwarzen durch die Virustypen 6, 11, 16 und 18 verursacht werden.

Wer Warzen oder andere Veränderungen im Intimbereich feststellt, sollte so schnell wie möglich zum Frauenarzt bzw. Urologen gehen. Nur ein Arzt kann bestimmen, um welche Erkrankung es sich handelt und weiß, was die richtigen Mittel sind.

Intimrasur erhöht die Gefahr, schmerzhafte und gefährliche Genitalwarzen zu bekommen! Bei jeder Rasur entstehen Mini-Verletzungen, ein ideale Stelle für das Eintreten der Viren.

In vielen Saunen und Solarien kann man sich mit Warzenviren infizieren.

Saunabesucher sollten daher immer mehrere Handtücher mitnehmen. So können sie nach jedem Saunagang und jedem Abtrocknen ein neues Handtuch benutzen. Das mindert das Infektionsrisiko mit sogenannten HP-Viren.

Mehr Aufklärung über HPV ist das A und O

Eine aktuelle Umfrage zeigte ein ernüchterndes Ergebnis: Nur 3,2% deutscher Frauen kennen das Virus und bringen sein Gefahrenpotential mit Gebärmutterhalskrebs in direkte Verbindung. Folglich muss das Bewusstsein für die Notwendigkeit einer HPV-Impfung als wirksame Präventionsmaßnahme geweckt und nachhaltig verstärkt werden.

Die Bereitschaft der Ärzte zu dieser Impfung ist groß, insbesondere bei den Gynäkologinnen und Gynäkologen, die sich von je her als Präventionsärzte der Frauen verstehen. Aufgabe der Medien ist es, durch umfassende Information und Aufklärung in breiten Kreisen der Bevölkerung und insbesondere bei den Jugendlichen Vertrauen in die Impfung aufzubauen.

Die STIKO und der Berufsverband der Frauenärzte weisen darauf hin, dass die Impfung gegen HPV auch als Gelegenheit genutzt werden sollte, andere – insbesondere für Jugendliche – empfohlene Impfungen zu vervollständigen. Lediglich 25% der Jugendlichen verfügen über einen vollständigen Impfschutz.

Bildquelle: aboutpixel.de / Sauna #4 © Michael Schneppensiefer

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