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Hormontherapie als Risikofaktor für Brustkrebs

Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums haben jetzt vermeidbare Risikofaktoren für die Entstehung von Brustkrebs identifiziert. Einer davon ist die Einnahme von Hormonen während der Wechseljahre, die Hormonersatztherapie.

Eigentlich sollen die Hormone dem Körper helfen, leichter den sich verändernden Hormonhaushalt in den Wechseljahren zu verkraften und Frauen leichter durch die Umbruchphase des Körpers bringen. Genau diese Hilfsmittel allerdings haben Forscher des Deutschen Krebsforschungszentrums nun als einen Risikofaktor zur Entstehung von Brustkrebs identifiziert.

An Brustkrebs erkranken in Deutschland pro Jahr etwa 58000 Frauen. Daher stellte sich ein Forscherteam des Deutschen Krebsforschungszentrums die Frage, ob und wenn ja welche Verhaltensänderungen dazu beitragen könnten, die Erkrankungsrate zu senken.

Dabei konzentrierten sich die Forscher auf Aspekte wie die Einnahme von Hormonen zur Linderung von Wechseljahresbeschwerden, die so genannte Hormonersatztherapie, auf körperliche Aktivität, Übergewicht und Alkoholkonsum, da all diese Lebensstilfaktoren aufgrund vorangegangener Untersuchungen als mögliche Risikofaktoren für die Entstehung von Brustkrebs gelten.

Hierzu wurden 6386 weibliche Kontrollpersonen sowie 3074 Patientinnen, die nach dem Eintritt der Wechseljahre an Brustkrebs erkrankt waren, untersucht. Anhand der Daten wurde der Anteil an Krebsfällen berechnet, die sich auf einen bestimmten Risikofaktor zurückführen lassen.

Es zeigte sich, dass vor allem die Einnahme von Hormonersatztherapie und mangelnde körperliche Aktivität das Erkrankungsrisiko für Brustkrebs erhöhen. So sind 19,4 Prozent der Fälle von Brustkrebs nach den Wechseljahren auf Hormonpräparate zurückzuführen, 12,8 Prozent auf den Mangel an körperlicher Aktivität. Beide Faktoren zusammengenommen sind für 29,8 Prozent der Krebsfälle verantwortlich. Diese beiden Faktoren können Frauen direkt beeinflussen.

Nicht zu beeinflussen allerdings sind die Risikofaktoren Familiengeschichte und Zeitpunkt der ersten beziehungsweise letzten Regelblutung. Zusammen genommen sind diese beiden Faktoren im Ergebnis der Studie für 37,2 Prozent aller Fälle von Brustkrebs verantwortlich.

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