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Zahlen zum Welt-AIDS-Tag 2010

Im Jahr 2010 haben sich nach der aktuellen Schätzung 3.000 Menschen neu mit HIV infiziert, ähnlich viele wie in den Vorjahren.

“Die nach wie vor hohe Zahl der HIV-Neuinfektionen zeigt, dass Prävention und Forschung unverändert wichtig bleiben”, betont Reinhard Burger, Präsident des RKI.

Die aktuellen Schätzungen sind, ebenso wie eine Analyse der HIV-Epidemie in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten, im Epidemiologischen Bulletin des RKI veröffentlicht (Ausgabe 46, 22.11.2010). Im Internet sind die wichtigsten Schätz-Zahlen auch für jedes Bundesland verfügbar.

Unter den geschätzten 70.000 Menschen, die in Deutschland mit HIV oder AIDS leben, stellen Männer, die Sex mit Männern haben, mit 42.000 nach wie vor die größte Gruppe dar.

Etwa 10.000 Personen haben sich über heterosexuelle Kontakte infiziert, rund 7.300 kommen aus so genannten Hochprävalenzregionen und infizierten sich überwiegend in ihren Herkunftsländern und dort bei heterosexuellen Kontakten. Etwa 10.000 Personen haben sich über intravenösen Drogengebrauch mit HIV infiziert.

Die Zahl der geschätzten Neuinfektionen stagniert seit Mitte des Jahrzehnts auf hohem Niveau, nachdem sie Anfang des Jahrzehnts deutlich gestiegen war. Einen wichtigen Beitrag zum Anstieg der HIV-Neuinfektionen in der ersten Hälfte des Jahrzehnts leistete die Zunahme anderer sexuell übertragbarer Erreger, insbesondere der Syphilis.

Syphilis-Bakterien und andere sexuell übertragbare Erreger führen über die Förderung von entzündlichen Prozessen dazu, dass Erkrankte sich leichter mit HIV anstecken. HIV infizierte Syphilispatienten geben HIV auch leichter weiter, sind also infektiöser. Die Zunahme sexuell übertragbarer Infektionen wurde begünstigt durch ein Risikomanagement, das auf der Kenntnis oder Abschätzung des gegenseitigen HIV-Status beruht. Bei mutmaßlich gleichem HIV-Status beider Partner wird dann auf ein Kondom verzichtet. Dieses Verhalten kann somit paradoxerweise auf indirektem Weg zu einer Zunahme der Zahl der HIV-Infektionen führen.

Für den Anstieg der HIV-Zahlen spielen auch Veränderungen beim Therapiebeginn eine Rolle: nach 2000 wurde die Behandlung in vielen Fällen nicht mehr direkt nach Bekanntwerden der Infektion begonnen, sondern auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Daher fand in den Folgejahren bei einem größeren Anteil der Patienten, bei denen eine HIV-Infektion diagnostiziert wurde, keine frühzeitige Reduktion der Infektiosität durch eine antivirale Therapie statt.

Basierend auf neuen Erkenntnissen zum individuellen gesundheitlichen Nutzen eines früheren Behandlungsbeginns geht der Trend gegenwärtig dahin, wieder früher mit der Behandlung zu beginnen.

Die HIV-Neuinfektionen sollten jedoch nicht verwechselt werden mit den Neudiagnosen. Die Meldungen der Neudiagnosen erlauben keinen direkten Rückschluss auf den Infektionszeitpunkt, da HIV-Infektion und -Test zeitlich weit auseinander liegen können.

Zahlen aus der ganzen Welt:

  • 33,4 Millionen Menschen weltweit leben mit HIV oder Aids, davon zwei Drittel (22,4 Mio.) in Afrika.
  • Südafrika hat mit 5,7 Millionen HIV-Patienten eine der höchsten Infektions-Raten der Welt. Jeder fünfte Erwachsene ist HIV-positiv.
  • Die zweithöchste Verbreitungsrate hat Süd- und Südostasien mit 3,8 Mio. Infizierten bzw. Kranken
  • Osteuropa und Zentralasien sowie Lateinamerika haben je 1,5 Millionen
  • Nordamerika (1,4. Mio.)
  • West- und Zentraleuropa sowie Ostasien (je 850 000), Nordafrika und Naher Osten (310 000), Karibik (240 000)
  • 2008 infizierten sich rund 2,7 Millionen Menschen neu mit dem HI-Virus.
  • Zwei Millionen Menschen starben 2008 an Aids.
  • Nach UN-Angaben wurden 2008 rund 400 000 Jungen und Mädchen weltweit mit HIV geboren.
  • Fünf von 15 Millionen Aids-Kranken bekommen eine medikamentöse Therapie, die ihr Leben verlängert.
  • Zehn Millionen Aids-Kranke weltweit warten dringend auf Medikamente, um das Virus zu bekämpfen.

Weitere Informationen: www.rki.de

Quelle: Robert Koch-Institut / Bild.de / www.aids2010.org

Das Robert Koch-Institut ist ein Bundesinstitut im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit

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