Krankheiten

Neue Therapieformen bei Gebärmutterhalskrebs

Gebärmutterhalskrebs macht in den Industrieländern etwa ein Drittel aller gynäkologischen Krebserkrankungen aus, in Entwicklungsländern ist die Zahl noch weit höher.

Allein in Deutschland erkrankten im Jahr 2006 rund 6500 Frauen am dieser Art von Krebstumor, bei etwa 1700 von ihnen verlief die Erkrankung tödlich.

Untersuchungen von Forschern der Universität Leipzig konnten nun erstmals zeigen, dass die rein physikalischen Eigenschaften von Krebszellen maßgeblichen Einfluss darauf haben, wie sich ein Tumor ausbreitet und Tochterzellen absiedelt.

Diese Erkenntnisse sollen die Grundlage für neue Behandlungsstrategien bilden.

Die bisher übliche Behandlungsmethode von Gebärmutterhalskrebs könnte dank der Ergebnisse der Wissenschaftler bald der Vergangenheit angehören.

Bislang wurde nach der so genannten Wertheim-Methode großflächig sowohl das erkrankte, als auch umgebendes noch gesundes Gewebe entfernt, da es als erwiesen galt, dass sich der Krebstumor in alle Richtungen unabhängig von Gewebegrenzen hin ausbreitet. Dies jedoch konnten die Untersuchungsergebnisse der Leipziger Forscher nicht bestätigen.

Vielmehr fanden sie heraus, dass Tumoren über lange Phasen ihres Wachstums auf ein embryologisch festgelegtes Gewebekompartiment beschränkt bleiben. Für den Gebärmutterhalskrebs bedeutet dies, dass sich dieser Tumor zunächst in der Gewebeeinheit von Gebärmutter, Scheide und komplex geformten Füllgewebe ausbreitet.¬† In einem neuen Operationsverfahren wurde Patientinnen nur dieses Gewebekompartiment entfernt und auf die bei der Wertheim-Methode übliche anschließende Bestrahlung verzichtet.

Die Forscher der Medizinischen Fakultät Leipzig konnten im Ergebnis nachweisen, dass ihre Behandlungsmethode für den Gebärmutterhalskrebs die Rate der Rückfälle deutlich senkte, die Heilungsrate sich auf 96 Prozent erhöhte. Durch den Verzicht der großflächigen Gewebeentfernung sowie der Bestrahlung ist die Behandlung für die betroffenen Patientinnen weit schonender als die bisher praktizierte.

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